Originaltitel: Fringe
Produktion: USA, 2008-
Idee: J.J. Abrams, Alex Kurtzman, Roberto Orci
Darsteller: Anna Torv, John Noble, Joshua Jackson, Lance Reddick, Kirk Acevedo

★★★★☆

Fringe - Poster„Fringe” heißt die neue Serie von J.J. Abrams, der ja schon mit „Lost” eine recht fesselnde Mystery-Serie erschaffen hat. Lost hat in meinen Augen aber das Problem, dass die Serie sehr komplex ist und so einen Neueinstieg kaum möglich macht, da man sonst vieles nicht begreift. Außerdem werfen die meisten Folgen mit jeder beantworteten Frage zig neue auf, die meistens nicht einmal innerhalb einer Staffel, wenn überhaupt, geklärt werden. Die langen Pausen zwischen den Staffeln machen es nicht wirklich angenehmer.

Fringe ist bewusst anders gestrickt. Zum einen fällt auf, dass die einzelnen Episoden, wenn man von gelegentlichen Cliffhangern absieht, eine in sich geschlossene Handlung haben. In jeder Folge steht ein mysteriöser Fall im Vordergrund, der innerhalb der Folge gelöst wird. Dabei sammeln sich Hinweise, die auf einen Zusammenhang zwischen allen Fällen deuten. Dieser Zusammenhang wird als „The Pattern”, zu deutsch etwa „Das Muster”, bezeichnet. Klar entwickelt sich die Hintergrundgeschichte über die Folgen hinaus weiter, doch anders wie bei Lost werden bestimmte Fragen bereits nach einigen weiteren Folgen aufgeklärt. Auf diese Weise kann man Fringe wesentlich leichter nachvollziehen und kann auch durchaus eine Folge verpassen ohne gleich den Faden zu verlieren. Das sagt Abrams in einem Interview auch selbst:

Fringe is in many ways an experiment for us, which is we believe it is possible to do a show that does have an overall story and end game, which Fringe absolutely does…We can do a show that has that, so that there’s a direction the show is going and there’s an ultimate story that’s being told, but also a show that you don’t have to watch episodes one, two and three to tune into episode four.

In meinen Augen geht dieser Plan bis jetzt auf.

Zur Handlung zunächst einmal ein Ausschnitt aus dem Wikipedia-Artikel zur Serie:

Nach der Landung eines internationalen Fluges in Boston sind die gesamte Crew und alle Passagiere tot. FBI-Agentin Olivia Dunham wird mit der Untersuchung der mysteriösen Todesfälle beauftragt. Nachdem ihr Partner John Scott beinahe ums Leben kommt, stößt sie auf den geistesgestörten Dr. Bishop, der seit fast 20 Jahren in einer geschlossenen Psychiatrie lebt. Nur durch seinen äußerst intelligenten Sohn Peter gelingt es ihr, den brillanten Wissenschaftler zu erreichen und ihn für ihre Nachforschungen zu gewinnen. Das Trio wird Broyles unterstellt, der für das Heimatschutzministerium arbeitet.

Dieses Trio geht nun den geheimnisvollen Ereignissen nach, die oft mit Grenzwissenschaften (im Englischen ist die Rede von „fringe science”, daher auch der Serientitel) zu erklären sind. Das reicht von Mutationen bis hin zu Telepathie.
Walter Bishop war vor seiner Einweisung in die Psychiatrie selbst auf diesem Gebiet tätig und erkennt so nicht selten eigenen Forschungsergebnisse wieder. Ihn als geistesgestört zu bezeichnen, wie auf Wikipedia geschehen, halte ich allerdings für etwas zu weit gegriffen. Ich würde ihn als verwirrtes Genie bezeichnen. In jedem Fall ist er ein interessanter Charakter, der dafür sorgt, dass der Humor nicht zu kurz kommt.

Mehr möchte ich zu den Figuren und der Handlung gar nicht sagen, da ich sonst eventuell schon zu viel verrate.

Die Sendung macht Spaß, da sie viele Elemente vereint. In erster Linie ist es Science Fiction bzw. Mystery, aber eben auch Action, wie man es von einigen Crime-Serien her kennt. Genauso muss man gelegentlich schmunzeln.

Leider gibt es streckenweise kleine Hänger durch Geschehnisse, die man zunächst als unwichtig und dem zu Folge als langweilig wertet. Doch das meiste wird wieder aufgegriffen und bekommt im großen Ganzen eine Bedeutung. In meinen Augen hat diese Tatsache auch einen gewissen Reiz, da man anfängt auch in vermeintlich Zweitrangiges Dinge hineinzuinterpretieren und aktiv dabei ist, statt sich nur berieseln zu lassen.

Vor allem aber die gute Besetzung und die interessanten Charaktere machen Fringe sehenswert. Dass die Story spannend, aber nicht zu komplex ist, führt letztlich zu einem absolut positiven Gesamtbild.

Bemerkenswert ist, dass eine Folge etwa 50 Minuten lang ist. Für gewöhnlich haben Serien um die 42 bis 45 Minuten Laufzeit. Man merkt diese paar Minuten durchaus. Ich bin allerdings mal gespannt, wie das hier in Deutschland mit der Werbung gehandhabt wird. Denn theoretisch müsste wie in den USA fast ein kompletter Werbeblock entfallen.

Die erste Staffel sollte zunächst nur 13 Folgen enthalten, dank des großen Erfolgs erwartet uns nun aber eine volle Staffel mit ganzen 22 Episoden.

In Deutschland gibt es Fringe ab dem 16. März immer montags auf ProSieben zu sehen.


Englischer Trailer mit deutschen Untertiteln