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Mein neues Spielzeug von Nikon
Im Sommer habe ich mir endlich eine neue Kamera gegönnt. Meine alte kompakte Casio (Z-55) war und ist zwar noch top in Schuss, aber die Möglichkeiten sind da doch ziemlich begrenzt. Ich weiß noch, wie ich bei diesem Foto die Linse zuhalten musste, um die Belichtungszeit hochzutreiben. Außerdem hat das gute Stück ein Alu-Gehäuse und einen (winzigen) optischen Sucher. Aber eben auch extremes (Farb-)Rauschen ab ISO 100.
Die neue heißt nun Nikon D60. Gekauft zusammen mit dem 18-55mm VR Kit-Objektiv. Die Entscheidung für diese Kamera hat sich ganz schön hingezogen und problematisch war vor allem die Tatsache, dass es keinen Laden hier gab, der mal alle in Frage kommenden Modelle zum Anfassen da hatte. Letztlich war es dann in etwa so: Canon zu teuer, Olympus mit zu kleinem Sucher und abartig teuren Objektiven, Sony und Pentax … irgendwie nicht so richtig was dabei. Also Nikon mit der D60, die zum damaligen Zeitpunkt eigentlich schon das Feld für die neuere D3000 räumte.
Natürlich hat die einige Nachteile gegenüber den größeren und teureren Kollegen. Keine Spiegelvorauslösung, kein AF-Motor, keine Ansteuerung von Blitzen, kein Life-View, … Aber der Preis stimmte und für den Anfang reicht die auf jeden Fall. Bis jetzt habe ich auch noch nichts vermisst.
Eigentlich ist so eine Kamera ja schon teuer genug, aber richtige Kosten rollen dann nochmal beim Zubehör an. Irgendwas fehlt nämlich immer.
Speicherkarte(n):
Ein weiterer unterschied zur alten kompakten Kamera? So eine neue D-SLR frisst mehr Speicher, viel mehr Speicher. Außerdem muss die Speicherkarte einiges an Geschwindigkeit liefern können, wenn es an Serienbilder geht (die D60 kommt hier immerhin auf 3,5/s). Also habe ich gleich beim Kauf eine Sandisk Extreme III mit 4GB mitbestellt.
Später habe ich noch eine gebrauchte Sandisk Ultra II mit 16GB ergattern können. Solange man nicht vor hat Serienbilder zu schießen reicht die von der Geschwindigkeit auch. Ansonsten ist die Extreme III schon nötig.
Gurt:
Im Lieferumfang ist natürlich so ein Nikon-Gurt, damit man sich die Kamera auch um den Hals hängen kann. Doch irgendwie ist das Teil nicht so mein Fall gewesen. Erstmal bin ich der Ansicht, dass ich nicht Werbung für Nikon spazieren tragen muss und mit leuchtenden Lettern allen zeigen muss: „Hey Leute, ich trage hier ein paar hundert Euronen mit mir rum.” Außerdem ist der Gurt einfach zu kurz. Hängt man sich das Teil um den Hals, so baumelt die Kamera schön vorm Bauch und man hat nach 2 Stunden Nackenschmerzen.
Daher war der Seat Belt Strap meine bisher beste Investition. Den gibt es in verschiedenen mehr oder weniger stylishen Farben. Ich habe mich fürs dezente grau entschieden … Das schöne daran ist, dass man die Länge verändern kann. So kann man die Kamera wie gewohnt vorm Bauch/vor der Brust tragen aber auch Diagonal über die Schulter1. Auch dank seiner Breite wird stundenlanges Tragen nicht zur Qual.
Kameratasche:
Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer ist, eine vernünftige Kameratasche zu finden. Ich wollte eine, die nicht zu groß ist, ausreichend Schutz bietet und nicht wie eine Kameratasche aussieht. Warum Funktionalität bei vielen Firmen einigermaßen gutes Aussehen ausschließt, weiß ich bis heute nicht. Es ist aber so. Außerdem muss so eine Tasche ja nicht so aussehen, dass jeder Dieb weiß, dass teures Equipment drin ist.
Es gibt ein paar Firmen, die diese Probleme erkannt haben und ganz schöne und praktische Taschen herstellen. Ich habe letztlich eine Crumpler gebraucht erwerben können. Neu sind mir die Preise einfach zu hoch und meiner Meinung nach auch kaum gerechtfertigt. Die Tasche (Messenger Boy 5500, glaube ich …) ist spitze, aber fast schon ein bisschen klein, wenn man mehr als die bloße Kamera mitnimmt.
Weitere Kleinigkeiten:
Ein UV-Filter ist fast schon Pflicht. Nicht aufgrund der filternden Wirkung, sondern um das Objektiv zu schützen. Dreck, Regentropfen usw. kommen früher oder später auf die Linse und da mache ich lieber mal den Filter sauber als letztlich noch mein teures Objektiv zu ruinieren. Bei schlechten Lichtbedingungen bekommt mal ab und zu mehr Lensflares, aber in dem Fall kann man den Filter auch schnell mal abschrauben. Wichtig ist hier auch, dass man nicht den letzten Mist kauft. 20€ sollte man schon investieren, ansonsten leidet die Bildqualität. Ich habe mich für einen von Hoya entschieden.
Ersatzakkus sollten auch ins Standardprogramm gehören. Müssen ja nicht die teuren Originalteile sein. Für die Hälfte des Preises lassen sich schon vernünftige Nachbauten finden. Von 5-10€ Produkten würde ich der Kamera zu liebe Abstand halten. Ich habe mir zwei Nachbauten besorgt, sodass ich jeweils einen zu Hause zum Aufladen lassen kann.
Reinigungssets sind ihr Geld durch aus Wert. Für knapp über 10€ bekommt man „Lens Pen”, Velour Ledertuch und Blasebalg. Damit ist auch unterwegs mal schnell die Linse wieder klar und der Staub vom Sensor entfernt. Da entweder ich2 oder andere doch öfters mal auf die Linse packen, hat sich das für mich gerade auf meiner Studienfahrt schon ausgezahlt.
Leider liefert Nikon keine Gegenlichtblende im Kit mit. Daher muss man je nachdem 8-20€ für die passende Gegenlich- bzw. Streulichtblende bezahlen. Diese verhindert Reflektionen, die durch seitlich einfallendes Licht hervorgerufen werden und kann schon mal ein Bild retten. Außerdem schützt sie zusätzlich eure Linse. Bei dem 18-55mm Objektiv ist die Wirkung sehr gering, aber na ja …
Da es sich zufällig ergeben hat, habe ich mir auch einen Polfilter angeschafft. Das ist bei dem mitdrehenden Filterring der D60 zwar eine Qual, aber bringt mit ein bisschen Geduld im Sommer bei ordentlich Sonne schon mal lebendigere Farben und schönere Kontraste ins Bild.
Für Nacht- und Lightpaintingaufnahmen habe ich mir noch Fernauslöser und ein Stativ bei Ebay besorgt. Möchte man das ernsthafter und öfter machen, sollte man aber schon ein paar Euro für das Stativ ausgeben. Meines funktioniert zwar, aber wirkt nicht sehr vertrauenswürdig.
Was fehlt:
Irgendwas fehlt sowieso immer oder man denkt: „Oh ja, das wäre auch nicht schlecht.” Deshalb habe ich jetzt erstmal aufgehört mit dem Kaufen und lerne lieber die Kamera erstmal vernünftig kennen. Dann kann ich auch besser einschätzen, was noch fehlt bzw. nützlich wäre.
Ich denke zu Weihnachten wird das Nikkor 35mm 1.8 angeschafft. Damit hätte ich dann eine erschwingliche lichtstarke Festbrennweite. Mit dem Kit-Objektiv wird es im Dunkeln schnell schwierig und mit max. F3.5 lässt sich auch nicht so wirklich was freistellen.
Ansonsten wäre ein externer Blitz nicht schlecht …
Zum Schluss mal ein paar Fotos, die auf meiner Studienfahrt nach Basel entstanden sind:
| Dieser Beitrag wurde von Patrick am 15. November 2009 um 01:54 veröffentlicht und unter Foto, Wissenschaft & Technik abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |